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Stadt Fürth – Wissenswertes

Stadt Fürth: Wissenswertes

Die Stadt Fürth ist eine kreisfreie Stadt im bayerischen Regierungsbezirk Mittelfranken.

Marktplatz (Grüner Markt) Fürth | Foto: Martina Nolte

Im Osten ist die Stadt mit Nürnberg zusammengewachsen, wobei die Zentren der Städte circa sieben Kilometer auseinanderliegen.

Mit seinen rund 64 Quadratkilometern und bereits mehr als 120.000 Einwohnern ist die Stadt Fürth in 21 Stadtteile gegliedert.

Die nach Alphabet aufgeführten Stadt- und Ortsteile der Stadt Fürth sind: Atzenhof, Bislohe, Braunsbach, Burgfarnbach, Dambach, Flexdorf, Hardhöhe, Herboldshof, Kronach, Mannhof, Oberfürberg, Poppenreuth, Ritzmannshof, Ronhof, Sack, Stadeln, Steinach, Unterfarnbach, Vach, Weikersdorf.

Der historische Stadtkern befindet sich östlich und südlich der beiden Flüsse Rednitz und Pegnitz, die nordwestlich der Altstadt zur Rednitz zusammenfließen. Westlich der Stadt, jenseits der Südwesttangente und dem Main-Donaukanal, erschließt sich der Fürther Stadtwald. Östlich der Stadt Fürth liegt Nürnberg und im Norden der Stadt Fürth dehnt sich das Knoblauchsland aus. Ein Mischgebiet aus breiten Autostraßen, dem Kanal und den Flussauen, die zum Spazierengehen einladen, liegen im Süden der Stadt Fürth.

Rathaus Fürth

Rathaus

Das Fürther Rathaus ist das höchste Gebäude der Stadt Fürth und zugleich das Wahrzeichen der Stadt. Das von 1840 bis 1844 erbaute Gebäude befindet sich an der Königstraße mitten im Zentrum. In den Jahren 1845 bis 1850 wurde ein weiterer Teil erstellt, das auch den Turm beinhaltete. Ein weiterer Anbau, in dem sich heute der Sitzungssaal befindet, wurde im Jahr 1900 erstellt. Veränderungen am Bau wurden im Jahr 1995 durchgeführt, die aufgrund des U-Bahn-Baues notwendig waren und im Jahr 1998 beendet wurden. Seit diesem Zeitpunkt befindet sich der U-Bahnhof Rathaus direkt unter dem Gebäude. Im Untergeschoss des Rathauses ist das Kriminalmuseum Fürth angesiedelt, mit einer Ausstellungsfläche von circa 200 Quadratmetern. Dieses Museum besteht seit dem Jahr 2010.

 

 

Stadttheater in Fürth

Stadttheater

Das Stadttheater Fürth befindet sich zwischen der Frauenkirche und dem Rathaus im Zentrum von Fürth. Es wurde im neubarocken Stil in den Jahren 1901 und 1902 gebaut. Die Inneneinrichtung wurde dem Neubarockstil angepasst. Im Jahr 1990 übernahm Werner Müller die Leitung als Intendant des Stadttheaters und entwickelte das sogenannte Drei-Stufen- Modell. Die erste Stufe stellte den Gastspielbereich, die zweite Stufe die Koproduktion mit anderen Theatern, und die dritte Stufe wurde im Jahr 1994 mit regelmäßigen Eigenproduktionen ins Leben gerufen. Die erste Eigenproduktion "Biedermann und die Brandstifter" unter der Regie von Werner Müller hatte im September 1994 Premiere. Im Februar 1997 wurde das Stadttheater Fürth in den Deutschen Bühnenverein aufgenommen. Das Stadttheater Fürth bespielt seit 2004 zudem die Bühne des früheren Schlachthofes und heutigem Kulturforum Fürth. Im Jahr 2007 War die Stadt Fürth Gastgeber der 25. Bayerischen Theatertage. Gegenwärtig werden pro Jahr nahezu 250 Theatervorstellungen in den Spielstädten des Fürther Stadttheaters durchgeführt, mit mehr als 100.000 Zuschauern.

 

 

Stadtpark Fürth

Stadtpark

Der Stadtpark Fürth befindet sich am nordöstlichen Rand der Fürther Innenstadt und ist ein öffentlicher Park. Er erstreckt sich  vom Abhang der Königsstraße, Nürnberger Straße, Otto-Seeling-Promenade bis hin zum Ufer der Pegnitz. Die östliche Grenze des Stadtparks bildet der Röllingersteg. Mit seinen zahlreichen Fuß- und Radwegen ist er nach einem Stadtbummel oder zum Entspannen am Wochenende ein sehr beliebter Aufenthaltsort. Von der Fürther Bevölkerung wird der Stadtpark auch als "Heimliche Liebe" bezeichnet. Ein schöner Spaziergang durch den Rosengarten bei der Auferstehungskirche, vorbei am Hiroshima-Mahnmal und der Freilichtbühne lässt sich gut ausklingen mit einem Milchkaffee oder einem schönen Glas Wein im Stadtpark Café. Alle zwei Jahre findet im Fürther Stadtpark der Sommernachtsball statt. Durch das vielfältige Unterhaltungsprogramm ist für jeden Geschmack und für jedes Alter etwas dabei. Die Termine werden von der Stadt Fürth rechtzeitig bekanntgegeben.

 

 

Gustavstraße Fürth

Gustavstraße

Die Gustavstraße in Fürth gehört zum alten Ortskern und war die alte Hauptstraße der Stadt. Sie zählt schon alleine wegen der vielen historischen Gebäude zu einer der schönsten Straßen der Stadt Fürth. Die meisten Gebäude stehen unter Denkmalschutz und kein Haus gleicht dem anderen. Charakteristisch sind die an beiden Seiten der Straße abzweigenden sackgassenartigen Hofbereiche, die hauptsächlich als Folge der Besitzzertrümmerung der ehemaligen Bauernhöfe im Mittelalter entstanden sind. Die vielen ehemaligen Bauernhöfe sind wohl auch der Grund, dass die Gustavstraße damals Bauerngasse hieß. Die Bauernhöfe sind zum Teil heute noch erkennbar.  Zwischen den kleinen Läden entlang der Straße findet man zahlreiche gastronomische Betriebe. Deshalb wird die Gustavstraße oft auch als „Fürther Kneipenmeile“ bezeichnet.  Neben dem zweimal jährlich stattfindenden Grafflmarkt, der sich u.a. der Gustavstraße entlang schlängelt, finden auch das jährlich wiederkehrende Weinfest und das Fürth Festival statt. Ob ein schöner Spaziergang, eine Besichtigung der schönen Gebäude oder ein kühles Getränk – die Gustavstraße ist immer ein Besuch wert.

 

 

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Wappen

Das Wappen der Stadt Fürth zeigt ein dreiblättriges Kleeblatt. Die Stadt Fürth wird auch Kleeblattstadt genannt. Die Stadtfarben sind weiß und grün. Das Kleeblatt tauchte erstmals im Jahr 1562 in den Siegeln der Stadt auf, das von einer Hand gehalten wurde und an der Seite zwei Halbmonde hatte. Die Herkunft des Wappens ist bis heute nicht ganz geklärt. Es wird aber vermutet, dass die Herkunft auf die Dreiherrschaft während des Mittelalters zurückgeht. Im Jahr 1818 erhielt die Stadt Fürth dann ein neues Wappen, ein grünes Kleeblatt, umgeben von einem grünen Eichenzweig und wurde über 100 Jahre so geführt. Im Jahr 1939 wurde der Eichenzweig von den Nationalsozialisten vom Wappen entfernt. Im gleichen Zuge erhielt die Stadt Fürth eine Flagge, eingebettet in  weiß mit zwei grünen Streifen und einem grünen Oberteil, die das Wappen der Stadt zeigte. In den folgenden Jahren wurde die Flagge auf die Farben weiß und grün vereinfacht.

Kultur

Zu den Museen der Stadt Fürth zählen das Stadtmuseum, das Rundfunkmuseum, das Kriminalmuseum und das jüdische Museum. Beschreibungen, Informationen und Öffnungszeiten finden Sie unter der Rubrik Freizeit und Kultur.

Die Comödie Fürth wurde von den fränkischen Komödianten Volker Heißmann und Marti Rassau gegründet. Bekannt und beliebt sind die beiden bereits in ganz Deutschland in ihren Paraderollen in Fürther Mundart als Waltraud und Mariechen.

Die Comödie Fürth dienst außerdem als Spielstätte von Ensembles anderer renommierter deutscher Boulevardtheater.

Das Kulturforum Fürth befindet sich  am Flussufer der Rednitz, nahe der Fürther Altstadt, mit seinen zwei Spielstätten und einem Programm aus Konzerten, Kleinkunst, Kabarett, Literatur, Lesungen, bildender Kunst, Filmen und sonstigen Veranstaltungen, wie das Figurentheaterfestival, die von der Stadt Fürth jeweils bekanntgegeben werden.

Seit dem Jahr 2004 ist das Kulturforum Fürth aus Spielstätte des Stadttheaters Fürth.

Industrie

In der Stadt Fürth ist die Spielwarenindustrie ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor. Dabei ist vom kleinen Handwerksbetreib bis hin zu großen Industrieunternehmen alles vertreten.

In früheren Jahren hatte in Fürth das Brauwesen eine große Bedeutung. Dabei waren die Brauereien Humbser, Geismann, Grüner, Evora & Meyer sowie Berg Bräu unter den fünf größten Brauereien. Fürth rangierte um das Jahr 1900 als Bierstadt sogar noch vor München.

Die Quelle GmbH hatte ihren Hauptsitz in Fürth und war bis zur Liquidation das größte Versandhaus Europas. Grundig gründete in der Nachkriegszeit sein Imperium in der Stadt Fürth mit dem Radiomodell Heinzelmann - einem Geräteselbstbausatz. Die Firma uvex wurde im Jahr 1926 gegründet, die seitdem ihren Hauptsitz in Fürth hat.

Energie

Bei der Energieversorgung setzt die Stadt Fürth überwiegend auf Solarenergie, was ständig zunimmt. Das gemeinnützige Solarinformations- und Demonstrationszentrum Solid hat seinen Sitz in Fürth. Schon Ende des Jahres 2004 wurden bei Sonnenschein tagsüber im Durchschnitt zwei Megawatt Leistung durch Photovoltaikanlagen erzeugt und über infra Fürth, dem örtlichen Energieversorgern, ins Netz eingespeist wurden. Die Anlage auf der ehemaligen Restmülldeponie im Stadtteil Atzenhof produzierte den Hauptanteil mit fast einem Megawatt Leistung. Ende des Jahres 2013 waren bereits 838 Photovoltaikanlagen mit 19,2 Megawatt maximaler Leistung im Betrieb.

An der Rednitz entstand 2003 ein neues Pumpwerk, kurz hinter dem Zusammenfluss der Flüsse Pegnitz und Rednitz, was die künstliche Beregnung des Knoblauchlandes sicherstellen soll.

Verwaltung

Im Jahr 2010 sind in die Räume der ehemaligen Hauptverwaltung der Firma Quelle die Bereiche Zentralverwaltung und Statistik des Bayerischen Landesamts für Statistik mit nahezu 250 Mitarbeitern umgesiedelt. Seit 2012 wird das Gebäude schrittweise saniert. Der Hauptsitz des Amtes soll mittelfristig ebenso nach Fürth verlegt werden.

Im Jahr 2007 wurde vom Bayerischen Staatsminister für Wissenschaft der Stadt Fürth zum 1000jährigen Jubiläum der Titel Wissenschaftsstadt verliehen.

Bildung

In Fürth sind insgesamt 22 Grund- und Hauptschulen, zwei Realschulen, drei Gymnasien und eine Wirtschaftsschule ansässig. Zudem gibt es drei staatliche Berufsschulen sowie die Förderzentren Nord und Süd in der Stadt Fürth.

Außerdem ist in Fürth der Standort der Max-Grundig- Schule, einer von einem Zweckverband betriebenen Fach- und Berufsoberschule.

Die größte Bayerische Niederlassung der Hans-Weinberger- Akademie der Arbeiterwohlfahrt e.V. hat ihren Sitz in Fürth mit Berufsfachschulen für Altenpflege und Altenpflegehilfe und einer Abteilung für Fort-und Weiterbildungen im Bereich Altenpflege. Das Klinikum Fürth hat Berufsfachschulen für Krankenpflege und Kinderkrankenpflege ins Leben gerufen.

Seit der Gründung des Zentralinstitutes für Neue Materialien und Prozesstechnik (ZMP) der Friedrich-Alexander- Universität Erlangen-Nürnberg Ende des Jahres 2004 ist die Stadt Fürth Universitätsstadt.

Im Jahr 2012 wurde die Wilhelm-Löhe- Hochschule für angewandte Wissenschaften eröffnet, die Studiengänge im Gesundheitsbereich und im Sozialbereich anbietet. Fürth gehört zusammen mit Nürnberg und Erlangen mit dem Thema "Werkstoff der Zukunft" zu den zehn deutschen Städten zum Treffpunkt der Wissenschaft im Wissenschaftsjahr 2009.

Kommunale Einrichtungen

Zu den kommunalen Einrichtungen der Stadt Fürth gehört u.a. die Volksbücherei (Vobü). Die Bestände der Volksbücherei können seit dem Jahr 2003 über das Internet abgefragt werden. Im Stadtteil Burgfarnbach befinden sich eine Stadtbücherei und ein Stadtarchiv.

Die am Königsplatz, im ehemaligen Gebäude der Sparkasse eingerichtete Kunstgalerie Fürth, ist eine kommunale Galerie, in der seit 2002 jährlich sechs bis acht Ausstellungen stattfinden.

Mit der Dampflok Adler von Nürnberg nach Fürth

 

Adler, erste Dampflokomotive in Deutschland

Die Ludwigseisenbahn 

Bayern im Jahre 1835. Der 7. Dezember dieses Jahres sollte die Verkehrstechnik in einem bisher noch nie dagewesenen Umfang revolutionieren. Die erste deutsche mit Dampf betriebene Eisenbahn fuhr an diesem historischen Tag von Nürnberg nach Fürth.

Aber erzählen wir die Geschichte von Beginn an:

Am 2. Januar des Jahres 1833 war in der Allgemeinen Handelszeitung der Aufruf zur Gründung einer Verkehrsgesellschaft zu lesen. Der Artikel bezog sich auf den geplanten Bau einer Eisenbahn. Die Gesellschaft beschaffte sich das notwendige Kapital über die Ausgabe von Aktien. 55.5% des Kapitals kam von Nürnberger Geschäftsleuten, 9,5% steuerten Kapitalgeber aus Fürth bei und die restlichen 35% wurden von auswärtigen Investoren gezeichnet. Der erforderliche Grunderwerb für die Eisenbahn lief natürlich nicht ohne Schwierigkeiten ab. Einige Bürger stellten sich quer und verlangten für ihre Grundstücke utopische Preise. Das Projekt drohte zu scheitern. Letztendlich schaffte es die Gesellschaft dann doch, die Grundstücke zu angemessenen Preisen zu erwerben.

Der Adler, erste Dampflokomotive in Deutschland

Die Engländer hatten schon zu damaligen Zeiten findige Ingenieure, die sich mit Dampfmaschinen hervorragend auskannten. So war es nicht weiter verwunderlich, dass der englische Ingenieur George Stephenson eine dampfbetriebene Maschine entwickelte. Der damalige Preis von 900 Pfund Sterling war zwar für damalige Zeiten immens hoch; musste aber angezahlt werden, damit das Projekt realisiert werden konnte.

Da in Deutschland sich keiner mit dieser neuen Technik auskannte, sahen die Initiatoren sich gezwungen, auch einen Lokomotivführer zum Bedienen dieser wundersamen Maschine aus England kommen zu lassen. Der 7.Dezember 1835 war ein sonniger und strahlender Wintertag – wie geschaffen für die feierliche Eröffnung der Strecke. Die englische Dampfmaschine, nun Lokomotive genannt, wurde bei einem vorhergehenden Festakt auf den Namen Adler getauft. Anfangs war man noch misstrauisch, ob die dampfbetriebene Fahrt mit dem Adler überhaupt funktionierte, und sah für alle Fälle Pferde für den Ersatzeinsatz vor. Für die Einweihungsfahrt wurden neun Personenwagen festlich hergerichtet; drei Wagen für die Prominenz in der ersten Klasse, vier Wagen für weitere Honoratioren in der zweiten und zwei Wagen für das übrige Volk in der dritten Klasse. Vorne zog die 6 Tonnen schwere Lok, bedient vom englischen Lokführer William Wilson.

Die reine Fahrzeit von Nürnberg nach Fürth betrug im neuen Dampfbetrieb lediglich 14 Minuten und war damit im Vergleich zur Pferdebespannung um 11 Minuten schneller.

Natürlich waren nicht alle Beteiligten über die gelungene Premiere vom 7. Dezember glücklich. Es gab auch zahlreiche warnende Stimmen aus den Reihen der Wissenschaft. Ärzte warnten so z. B. vor Krankheiten wie Lungenembolien hervorgerufen durch den Fahrtwind und der für damalige Verhältnisse hohen Geschwindigkeit dieser neuen Technik.

Die Bürger wurden gezielt durch Agitation, die Ludwigseisenbahn verursache Schwindel und Bewusstseinstrübungen sowie Vergiftungen durch Rauch der Lokomotive, stark verunsichert.

Selbst der Klerus beteiligte sich an der Debatte, in dem er die Bahn als Teufelsding geradezu aus der Hölle kommend brandmarkte.

Ein neues Zeitalter der Mobilität

Zwar war die Fahrt der ersten Dampfeisenbahn nur ein regionales Event. Aber dieses Ereignis bedeutete die Initialzündung für den neuzeitlichen Eisenbahnbau in Deutschland und war von einer ungeheuren Wichtigkeit für die Entwicklung des Maschinenbaus.

Der Schritt ins Industriezeitalter war mit dieser historischen Fahrt vollzogen.